Was ist eine Freie Trauung?

Zu dieser Frage gibt es natürlich verschiedene Antworten.

Zum einen gibt es da die technischen oder inhaltlichen Aspekte, und zum anderen die emotionalen und ideellen.

Einige Leser sind mit dem Thema freie Trauung vielleicht schon vertraut, möglicherweise haben sie selbst schon einmal eine freie Trauung erlebt, andere kennen diese Art der Zeremonie hingegen nur aus dem Fernsehen oder von Erzählungen. Wieder andere haben noch nie etwas davon gehört und wissen vielleicht erst seit Kurzem, dass es so etwas überhaupt gibt.

Um erst einmal einen gemeinsamen Nenner zu schaffen, werde ich hier kurz einige inhaltliche Dinge anführen, bevor ich die eigentlich entscheidende Antwort auf die Frage, was eine freie Trauung denn nun ist, gebe.

Eine freie Trauung ist die individuell gestaltete Form einer Hochzeitszeremonie, bei der es gleichermaßen emotional wie unterhaltsam zugehen kann. Sie sollte ganz auf das jeweilige Brautpaar zugeschnittenen sein und findet meistens vor Freunden und Familien statt.

Sie ist absolut unabhängig von sämtlichen Konventionen, Glaubensrichtungen und gesellschaftlichen Zwängen.

Denn hierbei gestaltet das Brautpaar zusammen mit dem Redner die Zeremonie weitestgehend selbst und bezieht Traurituale und Ansprachen von Freunden oder Trauzeugen mit ein.

Ihr könnt eigene Eheversprechen machen, Trausprüche verwenden und eure Lieblingsmusik spielen. Die Zeremonie kann auch unter einem bestimmten Motto stehen – ganz egal: Ihr entscheidet!

Als Trauredner stehen wir euch natürlich beratend zur Seite, aber letzten Endes entscheidet ihr, wie ihr eure Hochzeit gestalten und welche Ideen ihr dabei umsetzen wollt.

Kommen wir zum wichtigsten Punkt:

Ich persönlich empfinde eine freie Trauung – ganz abgesehen von den individuellen Möglichkeiten, die sie im Einzelnen bietet – als ein großes Geschenk.

Ein Geschenk, das man sich selbst an seinem Hochzeitstag macht, denn wenn wir mal ehrlich sind: Um zu heiraten, braucht man keine freie Zeremonie. Aber immer mehr Paare wünschen sich genau so etwas, weil sie wissen, welche Bedeutung es für sie haben wird.

Ein solches Geschenk an diesem ganz besonderen Tag bedeutet auch, dass die Zeremonie an jedem beliebigen Ort, zu jeder beliebigen Zeit und genau so stattfindet, wie es sich das Brautpaar wünscht.  Vor allen Dingen geht es hierbei aber auch darum, dass hier das Paar – anders als etwa in der Kirche – im Vordergrund steht und die Hochzeit nicht nur auf auf einem religiösen oder bürokratischen Akt – wie im Standesamt – beruht.

In der freien Trauzeremonie könnt ihr euer Glück und eure Liebe mit all euren liebsten Menschen teilen, denn das Geschenk der freien Trauung ist nicht nur für euch selbst, sondern natürlich auch für eure Gäste gedacht.

Die Freunde und Familien sind an diesem Tag nicht nur zum Essen, Trinken und Feiern eingeladen, sondern erleben auch die eigentliche Hochzeit live mit und hören neben der gemeinsamen Kennenlern- und Liebesgeschichte auch das Eheversprechen.

Sie erleben das JA-Wort, den Ringtausch, den Kuss, werden Zeugen der Emotionen, erkennen sich vielleicht selbst in den Geschichten wieder und sehen auch die Braut hier zum allersten Mal in ihrem wunderschönen Kleid, das natürlich in so einer Atmosphäre ganz anders zur Geltung kommt als in den 15 Minuten beim Standesamt.

Auch die Auswahl der Musik ist ein Geschenk, das ihr als Brautpaar an diesem Tag euren Gästen macht – ob nun vom Band oder live: Es sind die Lieder und die Texte, die ihr euren Gästen mit auf den Weg geben wollt … Auf das Thema Musik werde ich später noch einmal genauer eingehen.

Die Rede zur freien Trauung beinhaltet etwas, das ihr weder im Standesamt noch in der Kirche bekommt: Hier geht es um eure ganz individuelle Geschichte.

Von der ersten Begegnung, über die Zeit der Annäherung und den ersten Kuss bis zum heutigen Tag – sie beinhaltet all das, was euch als Paar ausmacht: Höhen und Tiefen, Menschen die euch begleiten und begleitet haben, die Geschichte des Antrages … Es wird alles zur Sprache kommen, was ihr erzählt habt und natürlich auch preisgeben wollt. Manchmal ist es vielleicht nicht ganz so leicht, oder es gilt Rücksicht zu nehmen auf bestimmte Umstände oder einige Gäste.

Das ist das Besondere an der freien Zeremonie und hierbei steht ihr als Paar natürlich auch im Vordergrund, denn es geht ja heute ausschließlich um euch.

Die meisten Locations haben heutzutage auch ein Set Up für freie Trauungen im Angebot und somit tolle Außenanlagen mit Pavillons oder Ähnlichem im Repertoire – und oftmals sogar einen Plan B für schlechtes Wetter.

Wenn ihr nicht in der Location heiraten wollt, dann plant eure freie Trauung an einem Ort, der eine besondere Bedeutung für euch hat und der auch den atmosphärischen Rahmen für die Zeremonie liefert.

Oftmals sind es Seen oder große Bäume auf einer Wiese, vielleicht aber auch der Blick aufs Meer, der hier gewünscht wird – es kann im Grunde alles sein.

Als freier Redner ist man im Prinzip auch für die gesamte Zeremonie verantwortlich und hat im Blick, was wo an welcher Stelle geplant ist, wer eventuell eine Ansprache halten wird, wann welches Trauritual stattfindet, ob Gäste involviert sind usw.

fragen die Brautpaare im Vorfeld, woher sie wissen, wann sie aufstehen sollen, oder wann ihr Eheversprechen kommt. Ich antworte dann immer, dass ich das rechtzeitig sagen werde und sie sich um nichts zu kümmern brauchen.

Das einzige, was ihr als Brautpaar tun sollt, ist, euch ein wenig zu entspannen, damit ihr eure eigene Zeremonie auch genießen könnt. Den Rest übernehme ich als Redner, denn dafür bin ich schließlich da.

Was immer wieder auffällt ist, dass viele Gäste, die eine Hochzeit in dieser Form zum ersten Mal erleben, wirklich beeindruckt sind, wie unglaublich persönlich und individuell so eine freie Zeremonie sein kann, besonders die, die dem Ganzen am Anfang eher skeptisch gegenüber standen.

Ganz oft kommen die Leute dann auch zu mir und fragen mich, ob ich ein Freund der Familie sei und wie lange ich das Brautpaar schon kenne.

Die Verwunderung ist dann immer groß, wenn ich sage, dass ich tatsächlich als Dienstleister hier bin und klar wird, dass ich die Rede aus den Informationen eines einzigen Vorgesprächs heraus geschrieben habe.

Aber wenn man so nah dran ist, hat man in der Regel auch schnell ein enges Verhältnis zueinander, sodass man eben selbst auch das Gefühl hat, an vielen Stellen dabei gewesen zu sein.

Wie genau eine freie Trauung abläuft, ist jedes Mal unterschiedlich.

Zwischen dem Einzug der Braut und dem Auszug der Brautleute ist lediglich das Ja Wort gewiss, alles andere kann ganz individuell und frei gestaltet werden.

Nutzt für euch die vielfältigen Möglichkeiten, die eine freie Zeremonie bietet, um eure Trauung nach euren eigenen Wünschen zu gestalten.

Euer Redner hat viele tolle Tips und Ideen dazu und ihr könnt ihn praktisch auch als Berater und Planer mit ins Boot holen.

Beitrag von Dominik Schulz – Trauredner aus Hamburg

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