Wie wird man Trauredner?

Gehörst du vielleicht auch zu den vielen Menschen die irgendwann eine freie Trauung miterlebt haben und begeistert waren von den vielfältigen Möglichkeiten und Freiheiten einer solchen Zeremonie?

Hast du damals vielleicht einen charmanten Trauredner oder eine eloquente Traurednerin gesehen und dich gefragt, ob du  die Geschichte des Brautpaares ebenso gut erzählt hättest und ob du eine ähnlich emotionale und doch lockere Stimmung hingekriegt hättest?

Und vielleicht hast du dich damals auch gefragt was man denn können oder tun muss um derjenige zu sein der durch eine solche tolle Zeremonie führt. Dieser Artikel soll genau diese Frage beantworten.

 

Was muss man eigentlich tun oder können um Trauredner zu werden?

Das viele Wege nach Rom führen ist ja hinlänglich bekannt. Doch nicht nur in die ewige Stadt führen viele Wege sondern auch zum Traumberuf des Trauredners kommen Menschen auf unterschiedlichste Art und Weise.

 

Die Evolution
des Trauredners

Noch vor 10 Jahren war die freie Trauung in Deutschland größtenteils unbekannt. Sehr wenige Menschen nur wussten um die Existenz dieser einzigartigen Möglichkeit sich das Ja-Wort zu geben.

 

Erst mit dem Start diverser Hochzeits-Dokus wie z.b.: ‘Vier Hochzeiten und eine Traumreise’ im deutschen Fernsehen, gelangte diese wunderbare Zeremonie in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung. Plötzlich wussten viele Brautpaare, dass es neben Standesamt und Kirche noch diese dritte Möglichkeit gab die Trauung abzuhalten. Genau das war auch die Geburtsstunde des Berufsbildes oder auch der Berufung zum Trauredner.

 

In dieser Anfangszeit …

…waren es größtenteils Trauerredner, an die man sich wandte wenn man eine freie Zeremonie durchführen wollte – einfach weil eine gefühlte Nähe zwischen diesen beiden Zeremonien besteht. Schnell jedoch rückten die ersten Kollegen die freie Trauung in ihren Fokus.

Diese Entwicklung bekam man natürlich in erster Linie mit wenn man irgendwie im Hochzeitsgeschäft unterwegs war. Daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass schon bald Hochzeitsplanerinnen, Hochzeitssängerinnen und andere ebenfalls anboten, freie Trauungen durchzuführen. Hiermit eröffnete sich ein ganz neues Feld. Nämlich, das der kombinierten Dienstleistungen. Planerin/ Rednerin oder auch Sänger/Redner sah man jetzt immer häufiger.

Doch auch die neu hinzugekommenen Kollegen konnten die immer weiter steigende Nachfrage nach Traurednern kaum decken. Und so begannen nun die ersten Kollegen Workshops, Seminare und Ausbildungen anzubieten. Und genau das bringt mich wieder zurück zur ursprünglichen Frage:

 

Manno, wie kann ich denn nun Trauredner werden?

 

Der Weg eines interessierten Neulings führt heutzutage unweigerlich durch einen Dschungel zahlreicher Ausbildungsangebote. Beim googeln im Internet stößt man auf Schulen, Akademien und vieles mehr.  Das Angebot ist vielfältig und meist ziemlich preisintensiv denn für die langjährige Expertise und die damit verbundenen Einsichten eines Trauredners, zahlen Anfänger teilweise beträchtliche Summen.

Die Erfahrung zeigt jedoch, dass die Qualität dieser Ausbildungen nicht immer gut ist. Der größte Kritikpunkt ist hier wahrscheinlich, das jeder Interessent angenommen wird ohne einen Gedanken darauf zu verschwenden ob diese Person sich für den Beruf überhaupt eignet, denn eins ist sicher:

 Ein selbstgemaltes Zertifikat zu bekommen ist einfach, Buchungen von echten Brautpaaren zu akquirieren ist alles andere als einfach.

 

Woher weiß ich welche Ausbildung fundiert ist?

Man sollte genau prüfen wie viel Erfahrung der oder die Ausbilder mitbringen und was man genau für sein Geld bekommt. Ein fundiertes Wissen über Traurituale, Dresscodes und Redestruktur nützt einem ja erst dann etwas wenn man auch wirklich für eine Trauung gebucht wird.

Vor den Erfolg hat der liebe Gott bekanntlich die Arbeit gesetzt und die Arbeit eines Trauredners besteht zuerst einmal darin, in den verschiedenen Kanälen sichtbar für die Brautpaare zu sein, dann mit seiner Website so zu überzeugen, dass es zu einem Kennenlernen kommt und später im Gespräch den Eindruck zu vermitteln, dass genau er der passende Redner ist.

Wichtig ist im Zuge der Ausbildung auch, dass man euch nicht nur sagt, dass ihr bei Instagram sichtbar sein sollt, sondern auch ganz genau wie ihr das anstellt. Das man euch nicht nur sagt, dass ihr die Stimme besser benutzen sollt, sondern euch beibringt wie ihr das macht.

 

Training statt Notizen!

Der Nachteil der meisten  2-Tagesseminare liegt nämlich besonders darin, dass die Themen nur marginal angeschnitten werden und gar nicht bis in die Tiefe behandelt werden. Es gibt mittlerweile ganztägige Seminare allein für Instagram. Wie um alles in der Welt will man das gleiche Wissen innerhalb einer halben Stunde vollständig vermitteln?

Die Wahrheit ist, dass ihr als Trauredner Experten auf vielen Gebieten sein müsst. Ihr müsst nicht nur Kompetenz als Redner haben, sondern auch Ahnung von Marketing, Web design, Suchmaschinen Optimierung und vielem mehr.

Natürlich könnt ihr für all diese Dienstleistungen auch Profis buchen und sehr viel Geld ausgeben. In meiner Erfahrung ist es jedoch besser, sich mit den wichtigen Dingen selbst zu beschäftigen und euch wenigstens ein Grundverständnis für jeden Aspekt eures Berufes zu erarbeiten. Ihr werdet schnell feststellen das weder Instagram noch Google allzu schwer zu verstehen ist.

 

Was soll ich denn nun genau tun um Trauredner zu werden?

 

  1. Zuerst einmal informiere dich über die wichtigsten Themen mit denen sich ein Trauredner auseinandersetzen sollte.
  2. Dann widme dich jedem Thema intensiv und einzeln. Vergiss niemals, dass du ein Unternehmer bist und daher auch alles wissen musst was ein Unternehmer wissen muss um sich in einem Markt zu etablieren.
  3. Erst wenn du weißt welche Kanäle (Internet, Insta, Facebook, Messen etc.) du bedienen willst, richte alle deine Bemühungen auf  diese Ziele aus.
  4. Setze Prioritäten und verliere nicht zu viel Zeit mit Dingen, die dich nicht wirklich vorwärts bringen. (z.B. dein Logo für 2000 € aufs Auto kleben)

 

Hier sind die 5 Must-Haves eines angehenden Trauredners.

 

 

  1. Eine starke aussagekräftige Webseite. (Information für das Paar)
  2. Ein Video auf dem man dich sieht wie du eine Trauung gestaltest. (die Paare möchten gern sehen was sie bekommen)
  3. Die Bereitschaft erst einmal klein anzufangen und vielleicht auch für übersichtliche Budgets zu arbeiten um Erfahrung zu sammeln und die Mundpropaganda voran zu bringen.
  4. Gute Netzwerke zu Locations und anderen Hochzeitsdienstleister um empfohlen zu werden.
  5. Geduld und die Kraft weiterzumachen auch wenn es am Anfang nicht gut läuft oder es Fehlschläge gibt.

 

Fazit:

Trauredner zu sein ist tatsächlich ein Traumberuf. Aber erst wenn man sich einen Namen gemacht hat, jahrelang gute Qualität abliefert und doch immer am Puls der Zeit bleibt um auf Veränderungen zu reagieren.

Der Lohn sind dann solche E-mails:

Hallo Hendrik,
wir sind auf der Suche nach einem Trauredner für unsere Hochzeit am xx.xx.2020 um 15:30 Uhr am Schloss Mustermann. Da du uns nun schon mehrmals von der Location, der Fotografin und einem befreundeten Paar empfohlen wurdest, sind wir sehr an dir interessiert.
Wir freuen uns auf deine Rückmeldung.
Mit freundlichen Grüßen
J & J